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Im
1317 erbauten "Alten Haus" ist das
Konrad Kujau Museum untergebracht, das am
Mittwochabend offiziell eröffnet wurde. siv/Bilder:
Volk
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Pfullendorf - Die
einmalige Verbindung zwischen gefälschter Kunst und
historischer Architektur bietet das Konrad Kujau Museum im
"Alten Haus", das seit vergangenen Freitag den
Besuchern offen steht. Zu sehen sind zahlreiche Bilder von
weltberühmten Malern wie Picasso, Renoir oder van Gogh.
Dazu die Malerutensilien und die Werkstatt, in dem der
geniale Fälscher die Hitler-Tagebücher schrieb.
Die
"Sonnenblumen" des holländischen Malers Vincent
van Gogh sind weltberühmt, rund 120 Millionen Euro wert
und nur selten können Besucher das Original in
Augenschein nehmen. Wem eine Kopie des genialen Fälschers
Konrad Kujau genügt, der kann sich im "Alten
Haus" von der Kunst-Fertigkeit des Mannes überzeugen,
der mit seinen gefälschten Hitler-Tagebüchern weltweit für
Furore sorgte. Ob Renoir, Monet oder Picasso - die
Meisterwerke dieser weltberühmten Maler sind im
einzigartigen Konrad Kujau Museum in einer besonderen
Ausstellung zu sehen, die durch das historische
Ausstellungsgebäude einen besonderen Reiz erfährt.
"Wir können das
Alte Haus endlich öffnen und erlebbar machen",
wertete Bürgermeister Heiko Schmid die Eröffnung als
besonderen Tag für die Stadt. "Die Verzierung dieser
Welt ist Kunst" zitierte er Wilhelm Busch bei der
Frage, was denn nun Kunst sei. Sein Dank galt allen
Verantwortlichen, die die schnelle Umsetzung des Projektes
ermöglichten und dem Gemeinderat, der "dicht
gehalten hat". Petra Kujau, Nichte und künftige
Museumschefin, erinnerte an den entscheidenden Anruf von
Hermine Reiter, Leiterin der Volkshochschule, die wegen
einer Kujau-Ausstellung nachfragte. Bei einem Ortstermin
in Pfullendorf habe sie sich dann sofort in das "Alte
Haus" verliebt, gestand die quirlige Dresdnerin, die
künftig die Besucher durchs Museum führt, in dem im
Keller noch eine Alchimistenküche eingerichtet ist. Dabei
wird sie manche Anekdoten über ihren berühmten Onkel zum
Besten geben wird. Einen Vorgeschmack lieferte die
temperamentvolle Galeristin mit der Story über den
vermeintlichen Spazierstock von Friedrich dem Großen, den
Kujau dem Journalisten und Hitlertagebuchkäufer Gerd
Heidemann "andrehte". "Der Heidemann hat
alles genommen, und da auf dem Stock die Initialen FR
eingraviert waren, hat er ihn für 5000 Mark
gekauft." Im Keller des neuen Museums ist jene Fälscherwerkstätte
zu sehen, in der Kujau die berühmten Tagebücher erfand
und die Kladden voll schrieb, die kurzeitig die Welt in
Aufruhr und die Illustrierte "Stern" fast an den
Abgrund brachten. Gerd Heidemann wird Anfang Juni nach
Pfullendorf kommen, und sich das Museum anschauen.
"Ein Fernsehsender dreht gerade eine Dokumentation über
ihn", erzählt Petra Kujau. Überhaupt ist das
Medieninteresse an dem neuen Pfullendorfer Museum enorm,
berichtete Bürgermeister Schmid, dass sich die
"Fernseh- und Radiosender die Klinke in die Hand
geben".
Etwas erschwert wurde
die Ausstellung durch den denkmalgeschützten Status des
"Alten Hauses". "Wir durften keine Nägel
reinhauen oder neue Löcher bohren, und deshalb hängen
auch manche Bilder schief", erzählte Petra Kujau
unter dem Gelächter der Besucher, unter denen sich
zahlreiche Gemeinderäte befanden. Musikalisch hatte der
Chor "Chips & Flips" die Gäste auf das
Ereignis mit dem Uraltschlager von Peter Alexander
eingestimmt: "Hier ist ein Mensch, öffne die Tür"
und wer nach dem Rundgang noch etwas Nahrung brauchte,
wurde von den Trachtenfrauen verköstigt.
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Mit
diesen Utensilien malte Kujau viele Meisterwerke,
darunter Carl Spitzwegs "Armen Poeten"
nach.
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